Vita

Anja Boecker - *14.05.1973

 

  • Pädagogikstudium - Schwerpunkt Schauspiel und Tanz (Irene-Olk-Schule)
  • Studium der Verhaltenspsychologie - Schwerpunkt Pferd und Hund (ATN Schweiz)
  • Saarloos Wolfhonden Zucht - Kennel cani ab origine (FCI/VDH)
  • Ausbildung zur Verhaltensberaterin und Trainierin - Hunde (IHK/BHV)
  • Ausbildung zur Pferdefachwirtin - Schwerpunkt Service und Haltung (KPA)
  • Zertifizierung nach §11 TSchG Hund und Pferd

Anja schloss ihren ersten Studiengang im Bereich Pädagogik mit Schwerpunkt Schauspiel und Tanz ab. Sie stand danach mehrere Jahre selbst auf der Bühne und unterrichtete. Im Sattel groß geworden, musste Sie während dieser Zeit eine Reitpause einlegen und kam Mitte der 90er Jahre wieder zurück zu den Tieren. Zwei Pferde und acht Hunde beschäftigten sie in dieser Zeit intensiv.

 

Im Besonderen eine Warmblutstute, die gefährlich stieg und überaus ängstlich, teils panisch auf die Umgebung und besondere Situationen reagierte. Bei den Hunden gab es eine Hündin die angst-aggressiv alles anging, was sie nicht einschätzen konnte. Während dieser Zeit bildete sich der Gedanke Erklärungen für diese Verhaltensweisen zu finden.

 

Anja schrieb sich dann Ende der Neunziger zu einem Studium bei ATN – Akademie für Naturheilkunde in der Schweiz ein. Der Studiengang beinhaltete, mit dem Schwerpunkt Pferd und Hund, die Verhaltenspsychologie dieser Tiere. Parallel dazu startete sie die Arbeit in verschiedenen Tierheimen und Tierhilfsorganisationen.

 

Mit dem Umzug in den Bayerischen Wald erfüllte sich Anja mit ihrem Mann den Traum eines eigenen Hofes und die Verwirklichung des Hundezentrums Bayerischer Wald. Hier lebt sie seit 2005 mit einer Großgruppe Hunde verschiedenster Rassen (Schlittenhunde, Wolfhunde, Jagdhunde, Hüte- und Treibhunde, Herdenschutzhunde, etc.). Durch die optimalen Gegebenheiten auf dem Hof und der Aussiedlerlage konnte Sie nun vollends ihre Vorstellung von hauseigener Verhaltensforschung betreiben. Immer wieder erhielt Anja Anfragen über Tierhilfsorganisationen und Tierheime, oder Fremden mit Hundeproblemen, mit der Bitte sich die Hunde näher anzuschauen und zu beurteilen.

Die Projektschwerpunkte lagen hier bei allgemeinen und speziellen Verhaltensstudien. Das heißt, Korrektur oder Resozialisierung, Umgang mit verhaltensauffälligen Hunden, sowie Sozialstrukturen von Familienhunden, die in eine Großgruppe integriert werden (Thema Mehrhundehaltung). Ganz besonders galt das Augenmerk der Gruppenzusammensetzung. Daraus ergaben sich Erkenntnisse über Ressourcenaggression und -dominanz, rangbedingte Auseinandersetzungen, Annäherung, Angstverhalten, Kommunikation und Ausdrucksverhalten der Hunde und natürlich, wie und wann reguliert werden muss. Die tägliche Arbeit bei der Hundeausbildung lieferte daraus gewonnene Erkenntnisse. Einige dieser Hunde, die man Anja zur Beurteilung und Korrektur übergab blieben und wurden spezialisiert in ihrer Ausbildung.  Sie wurden/werden bis heute als Ausbildungshelfer in die Arbeit im HZBW integriert. Anja schulte auch Tierheimpersonal, angehende Hundetrainer/innen sowie Tierärzte in Form von Intensivkursen oder Praktika.

 

Als zusätzliche Grundlage für eine, an modernste, ethologische Erkenntnisse orientierte Ausbildung, wurden auch wissenschaftlich fundierte Seminare bei Dr. Dorit Feddersen-Petersen, Erik Zimen (+), PD Dr. Udo Gansloßer, Günther Bloch, etc. durchgeführt, um zukünftig die Ausbildung an die verschiedenen, individuellen Bedürfnisse von Hund und Halter anzupassen.

 

Bedingt durch die guten klimatischen Voraussetzung im Bayerischen Wald, betrieben Anja und ihr Mann Josh einige Jahre auch den Schlittenhundesport (on-/off-snow) im SC Haidmühle, der jährlich internationale Meisterschaften im Mushing ausrichtet.

 

Weiterhin finden auf dem Hof ihre vier Pferde und 30 Schafe und Ziegen ein Zuhause. Für die Arbeit an dem Vieh bildet Anja Hüte- und Treibhunde aus. Auch Herdenschutzhunde werden an die Arbeit am Vieh herangeführt. Die Pferde werden für diese spezielle Arbeitsreitweise (Viehtrieb) angelernt und trainiert.

 

Zusätzlich begeisterten sich Anja und ihr Mann seit 2006 für die Rettungshundearbeit. Durch Weiterbildung und hartes Training erreichte Anja das Ziel, eigene Kurse und Seminare für das Mantrailing anbieten zu können. Sie und ihr Mann waren außerdem Mitglieder im BRH – Bundesverband Rettungshunde – mit dem Schwerpunkt Flächensuche.

 

2007 entschloss man sich mit der Rasse Saarloos Wolfhond unter dem deutschen Dachverband VDH mit dem Kennel „Ab origine“ in die Zucht einzusteigen. Diese holländische Rasse wurde von Leendert Saarloos in den 30er Jahren geschaffen; eine Kreuzung aus Europäischer Wolf (russischer Herkunft) und Deutschem Schäferhund, damals bekannt unter dem Namen "Europese Wolfhond". Diese seltene Rasse ist deutlich älter als z.B. der Lupo Italiano (I) oder der Tschechoslowakische Wolfshund (CZ | SK) und zeigt ein Verhalten, dem man die enge Verwandtschaft zum Wolf ansieht. Warum nun Zucht – zum einen aus Liebe und Hingabe zur Rasse, auf der anderen Seite das Interesse, durch eine seriöse und auf fundierten Kenntnissen basierende sowie kontrollierte Zucht, eine breite genetische Basis für diese Rasse in Deutschland zu schaffen. Die Zucht musste leider aus beruflichen Gründen 2011 eingestellt werden.

 

Seit 2010 fokussierte sich Anja auf die rassebedingte, artgerechte Auslastung und Beschäftigung von Hunden. Hierzu spezialisierte sich sie sich in den Bereichen Longieren, jagdliche Ersatzaktivitäten (Dummy-Training und Fährte), Treibball sowie Agility. Hinzu kommt die Hütearbeit. Bedingt durch das Halten und Treiben von Vieh zu Koppelflächen, setzen Anja und ihr Mann eigens ausgebildete Hunde zum Treiben und Hüten ein. Anja beschäftigt zur Zeit drei Border-Collies, zwei Schäferhunde und einen Catahoula-Mix für diese Arbeiten.

 

Aufgrund der Wolfserwartung in der Region Bayerischer und Böhmerwald (z.Z. ein Wolfspaar mit Reproduktion in Finsterau) ist Anja auch in regem Austausch mit Experten und Viehhaltern, um die Herden entsprechend mit spezialisierten Hunden absichern zu können. Da es hier noch aus Sicht der Schäfer teilweise nicht anwendbare gesetzlichen Grundlagen gibt, will sie die Verantwortlichen bei der Entscheidung zur Absicherung der Viehherden unterstützen und kynologisch beratend helfen. Anja hält seit Jahren Cane da Pastore Maremmano-Abruzzese (von den Hirten als fratello di latte = Milchbruder der Schafe bezeichnet), die italienischen Hirtenhunde. Auch ein anatolischer Kangal gehörte eine Zeit lang zur Großgruppe.

 

In 2013 legte sie erfolgreich die Ausbildung zur Hundeverhaltensberaterin und –trainerin IHK/BHV in Düsseldorf ab. Durch die neuen gesetzlichen Anforderungen muss heute jeder Hundetrainer einen Sachkundenachweis nach §11 Abs.1 Nr. 8 (f) TSchG vorweisen, um beruflich mit Mensch-Hund-Teams arbeiten zu dürfen. Dieser Sachkundenachweis wird durch das Veterinäramt durchgeführt und ausgestellt. Diese Qualifikation war für Anja aber nicht genügend und deshalb nahm sie die Herausforderung an, eine der höchsten Qualifikationen (neben Tierärztekammer) in Deutschland im Hundetrainerbereich zu erwerben. Durch ihre jahrelange Erfahrung in der täglichen Arbeit und Ausbildung mit den Hunden konnte sie diese eigentlich 1,5-jährige Ausbildung in Form eines Selbststudiums und Ablegen der Prüfung innerhalb von 8 Wochen absolvieren.

 

Seit 2013 widmet sie sich ebenfalls wieder intensiver dem Pferdesport – speziell die „Arbeitsreitweisen“. Reiterlich klassisch ausgebildet, vertieft sie ihre Kenntnisse bis heute in diesem Bereich. Auch die klassische Boden- und Handarbeit gehören dazu, um ein Pferd ganzheitlich auszubilden. Ausbildung zum Reitbegleithund wird von Anja ebenfalls angeboten.

 

In 2017 legte sie erfolgreich die Prüfung zur Pferdefachwirtin auf der Kölner Pferdeakademie ab und konzentriert sich nun auf die weiterführende Prüfung in Spezialreitweisen bzw. Service und Haltung vor der Landwirtschaftskammer in Bayern. Das Ziel für die nahe Zukunft ist der Abschluss zur Pferdewirtschaftsmeisterin.

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